THU FIS: Arbeitsfassung für EA-Modell / Viewpoints
1. Einordnung: ArchiMate + TOGAF Architecture Vision
Übersicht: ArchiMate + TOGAF Architecture Vision
Wir legen den Fokus zunächst auf Motivation → Strategy → Business. Die bestehende PowerPoint liefert dafür bereits die zentralen Prozessanker: Projektidee, Projektanbahnung, Projektskizze, Antrag, Zuwendungsbescheid, Drittmittelanzeige, Finanzadministration und Verwendungsnachweis.
ArchiMate ist dafür gut geeignet, weil die Spezifikation Motivationselemente, Strategy Layer und die Standard-Layer Business, Application, Technology ausdrücklich abdeckt und zusätzlich Viewpoints / View-Mechanismen vorsieht. (ArchiMate 3.2) TOGAF Phase A passt als methodischer Rahmen, weil dort Scope, Stakeholder, Architecture Vision und Tracability zur weiteren Architekturarbeit im Zentrum stehen. (TOGAF Standard)
2. Viewpoint-Vorschlag
Im Weiteren betrachten wir die folgenden Viewpoints:
Reihenfolge | Viewpoint | Zweck | Kernfrage |
|---|---|---|---|
1 | Architecture Vision / Motivation View | Stakeholder, Ziele, Treiber, Constraints sauber trennen | Warum brauchen wir diesen Prozess und wer verfolgt welches Ziel? |
2 | Value Stream / Value Chain View | Wertschöpfung von Forschungsidee bis Verwendungsnachweis zeigen | Wo entsteht welcher Wert im Drittmittelprozess? |
3 | Capability Map View | organisatorische Fähigkeiten abgrenzen | Was muss die THU dauerhaft können? |
4 | Capability-to-Value-Stream View | Capabilities auf Prozessstufen mappen | Welche Capability befähigt welche Wertschöpfungsstufe? |
5 | Business Process / Cooperation View | FM, FIN, Rektorat, Professor*innen und Externe abgrenzen | Wer macht was und wo sind die Übergaben? |
6 | Customer Journey / Touchpoint View | Forschende als interne Kund*innen betrachten | Wo interagiert die Projektleitung mit FM, FIN, Rektorat, HR, Labor, PT? |
7 | Application / Resource Support View | IT, HR, Labor, Finanzsysteme als Befähiger zeigen | Welche Ressourcen und Systeme tragen welche Capabilities? |
Für BIC ist besonders interessant, dass BIC EAM selbst Business Capability Maps, Business Capability Context Diagrams und Application Context Diagrams vorsieht. Business Capabilities werden dort als zentrale Business-Architecture-Objekte verstanden, und Business Contexts können Prozesse oder Customer Journeys beschreiben. (docs.gbtec.com)
3. Artefaktpaket
Ein erster Versuch eines gebauten EA-Modell-PoC-Paket, Download: THU EA-Modell-PoC Drittmittelprozess
Enthalten sind:
PlantUML unterstützt ArchiMate-Diagramme und die Standardbibliothek enthält ArchiMate-Makros wie Business Process, Application Component und ArchiMate-Beziehungen. (PlantUML.com)
4. Wichtig zur BIC-Import-Logik
Die BIC-CSV-Dateien sind Katalog-Import-Vorlagen, keine vollständigen Diagramm-Importe. Das heißt: Sie können Business Capabilities, Business Contexts, Rollen, Anwendungen, Dokumente oder IT-Komponenten als Katalogobjekte anlegen, aber sie erzeugen nicht automatisch ein fertiges VCD mit Layout und Beziehungen.
BIC dokumentiert, dass Katalogdaten aus einem angepassten Process-Warehouse-Export als CSV oder XLSX in den öffentlichen Arbeitsbereich importiert werden können. Dafür muss der passende Katalogfilter aktiv sein, weil dieser den Objekttyp der importierten Einträge bestimmt. (docs.gbtec.com) BIC liest bei CSV/XLSX-Importen die Katalogeinträge ab der dritten Zeile, wobei die erste Zeile Attribut-Typ-IDs und die zweite Zeile sichtbare Header enthält. (docs.gbtec.com)
Die BIC-Dateien sind deshalb konservativ mit folgenden Standardattributen aufgebaut:
Die Attribut-IDs AT_DESCRIPTION, AT_IDENTIFIER, AT_NAME, AT_KEYWORDS und AT_SCOPE sind in der BIC-Dokumentation als Standardattributtypen aufgeführt. (docs.gbtec.com)
5. Praktische Nutzung
Für Archi / Sparx EA / manuelles Modellieren sollte man zuerst diese drei PlantUML-Dateien verwenden:
Für BIC geht man am besten so vor:
Zusätzlich ist die Datei bic_bpmn_drittmittelprozess.bpmn erzeugt worden. BIC unterstützt BPMN-DI-XML-Importe sowie ZIPs mit solchen Diagrammen; Formatierungen werden dabei laut Dokumentation nicht vollständig übernommen. (docs.gbtec.com)
Diese BPMN-Datei ist daher eher ein technischer Import-Test. Für die eigentliche Architektursicht ist der VCD vorgesehen.
6. Eine fachliche Empfehlung
Für eine Präsentation und das erste EA-Modell wäre die beste Reihenfolge:
Die Gliederung wird motiviert durch die klare Kernaussage:
Damit besteht eine klare Trennung zwischen Zielbild, organisatorischen Fähigkeiten, Business-Prozess und konkreten Interaktionspunkten.