THU-FIS Projekt Help

THU FIS: Arbeitsfassung Viewpoints, Kollaboration, Routing und Informationsharmonisierung

0. Einordnung

Diese Arbeitsfassung ergänzt die bestehenden THU-FIS-Arbeitsfassungen um eine vierte Perspektive: Information, Metadaten und Routing. Die bisherige Struktur aus Value Chain, Capabilities und Touchpoints bleibt erhalten. Ergänzt wird ein pragmatisches Konzept, wie Projekt-, Qualitäts-, Ressourcen- und Finanzinformationen harmonisiert, beschrieben und prozessfähig gemacht werden können.

Die Leitidee lautet:

Damit wird THU-FIS nicht als weiteres Datensilo gedacht, sondern als kollaborative Steuerungsschicht für Forschungsprojekte, Drittmittelprozesse, Qualitätsmerkmale, Finanzinformationen und Prozessentscheidungen.

1. Empfohlene Viewpoints und Reihenfolge

Die Viewpoints sollten so aufgebaut werden, dass zuerst der fachliche Kontext klar wird und erst danach Daten, Metadaten, Plattform und Technik kommen. So bleibt die Story nachvollziehbar und verliert sich nicht zu früh in Systemfragen.

Reihenfolge

Viewpoint

Leitfrage

Ergebnis

1

Zielbild / North Star

Welcher Nutzen soll entstehen?

Gemeinsames Zielbild für Forschungsprojektsteuerung

2

Value Chain Viewpoint

Welche Wertschöpfungsstufen gibt es?

Ablauf von Idee bis Verwendungsnachweis und Verwertung

3

Stakeholder- und Rollen-Viewpoint

Wer ist beteiligt und wofür verantwortlich?

Rollen, Verantwortlichkeiten, Interessen, Entscheidungsrechte

4

Collaboration- und Touchpoint-Viewpoint

Wo arbeiten Rollen konkret zusammen?

Kollaborationsbereiche, Touchpoints, Übergaben, Pain Points

5

Capability Viewpoint

Welche Fähigkeiten braucht die Organisation dauerhaft?

Capability Map für FM, FIN, Governance, HR, IT, Kommunikation

6

Workflow- und Routing-Viewpoint

Wie wird Information aktiv durch den Prozess geführt?

Workflow-Baukasten für Abstimmung, Prüfung, Freigabe, Eskalation

7

Informations- und Concept-Viewpoint

Welche fachlichen Objekte gibt es?

Harmonisiertes Konzeptmodell für Projekt, Antrag, Budget, Qualität usw.

8

Metadaten- und Prozesssteuerungs-Viewpoint

Welche Metadaten treiben Status, Fristen, Owner und Entscheidungen?

Metadatenmodell für Routing, Audit, Qualität, Datenherkunft

9

Datenquellen- und Integrations-Viewpoint

Wo entstehen die Daten und wie werden sie zusammengeführt?

Quellenlandkarte, Schnittstellen, Mapping, Datenherkunft

10

Application- und Plattform-Viewpoint

Welche Rolle spielen Teams, SharePoint und SQL/Azure SQL?

Zielarchitektur für Pflege, Kollaboration und harmonisierte Datenbasis

11

Reporting- und Entscheidungs-Viewpoint

Welche Sichten brauchen Stakeholder?

Projektstatus, Budgetstatus, Qualitätsranking, Risiken, Fristen

12

Governance- und MVP-Viewpoint

Was kommt zuerst und wie bleibt es beherrschbar?

MVP-Scope, Standards, Rollen, Definition of Done, Roadmap

Empfohlen ist eine agile Darstellungslogik:

Warum? Zielbild / Nutzen Was passiert? Value Chain Wer macht mit? Rollen / Stakeholder Wo knirscht es? Touchpoints / Collaboration Was muss die Organisation können? Capabilities Was muss fließen? Workflows / Routing Welche Daten braucht das? Information / Metadaten Womit wird es umgesetzt? Teams / SharePoint / SQL Wie wird gesteuert? Views / Reports / Governance

2. Neutrale, casual Kernformulierung

Der Drittmittelprozess ist keine reine Abfolge von Formularen, Mails und Ablagen. Er ist eine hochschulweite Wertschöpfungskette, in der Forschungsideen in förderfähige, finanzierbare, steuerbare und nachweisfähige Projekte überführt werden.

Damit das funktioniert, braucht es drei Dinge gleichzeitig:

  1. klare Rollen und Verantwortlichkeiten,

  2. saubere Kollaboration an den kritischen Touchpoints,

  3. eine harmonisierte Informationsbasis, die Status, Budget, Ressourcen, Qualität und Entscheidungen sichtbar macht.

Der entscheidende Shift liegt in der Prozesslogik:

So wird aus einer Ablage ein steuerbarer Prozessraum.

3. Collaboration Areas und Touchpoints

Die bisherigen Touchpoints können zu Collaboration Areas gebündelt werden. Das macht die Darstellung übersichtlicher und zeigt besser, an welchen Stellen mehrere Stakeholder gleichzeitig wirken.

3.1 Collaboration Area 1: Intake & Forschungsopportunität

Zweck: Eine Forschungsidee wird sichtbar, qualifiziert und in den passenden Einstiegskanal gebracht.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Forschungsmanagement, ggf. Prorektorat Forschung

Typische Touchpoints

Erstgespräch, Ideenskizze, Call-Matching, strategische Vorabinfo

Zentrale Informationen

Idee, Thema, Förderlinie, strategische Passung, grobe Laufzeit, erste Risiken

Prozessmetadaten

Intake-Status, Owner, nächste Aktion, Zieltermin, Priorität, strategische Relevanz

Output

Qualifizierte Projektidee / Opportunity Record

3.2 Collaboration Area 2: Förderfähigkeit & Projektkonzept

Zweck: Die Idee wird in ein antragsfähiges Projektkonzept übersetzt.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Forschungsmanagement, Partner, ggf. Labor / Transfer / Kommunikation

Typische Touchpoints

Call-Analyse, Projektlogik, Arbeitspakete, Partnerrollen, Ergebnislogik

Zentrale Informationen

Förderbedingungen, Ziele, Arbeitspakete, Deliverables, Partnerstruktur, Impact

Prozessmetadaten

Förderfähigkeitsstatus, Review-Status, offene Klärungen, Abhängigkeiten

Output

Antragsfähiges Projektkonzept

3.3 Collaboration Area 3: Ressourcen-, Zeit- und Kostenplanung

Zweck: Wissenschaftliche Logik und Finanzlogik werden zusammengebracht.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Forschungsmanagement, Finanzabteilung, HR, Labor, Beschaffung

Typische Touchpoints

T&M-Klärung, Personalkosten, Sachmittel, Geräte, Reisen, Eigenanteile, Laufzeiten

Zentrale Informationen

Personenmonate, Stellenlaufzeiten, Kostenarten, Budgetplan, Sachmittel, Unteraufträge

Prozessmetadaten

Kalkulationsstatus, FIN-Prüfstatus, HR-Prüfstatus, Budgetrisiko, Freigabebedarf

Output

Kalkulations- und Antragsreife

Diese Collaboration Area ist der zentrale Knoten. Hier treffen Förderlogik, Kostenlogik, Ressourcenlogik und Umsetzbarkeit zusammen.

3.4 Collaboration Area 4: Interne Governance & Einreichung

Zweck: Der Antrag wird intern freigegeben und formal eingereicht.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Forschungsmanagement, Finanzabteilung, Rektorat / Prorektorat

Typische Touchpoints

Antragsreview, Finanzprüfung, Unterschrift, Freigabe, Portal-Einreichung

Zentrale Informationen

Antrag, Kalkulation, Risiken, Freigabedokumente, Zeichnungsrechte

Prozessmetadaten

Gate-Status, Approver, Entscheidungsfrist, Unterschriftenstatus, Einreichungsfrist

Output

Eingereichter Antrag / Skizze

3.5 Collaboration Area 5: Bewilligung, Annahme & Projektstart

Zweck: Aus der Bewilligung wird ein administrierbares Drittmittelprojekt.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Finanzabteilung, Rektorat, Projektleitung, Forschungsmanagement, HR, Beschaffung

Typische Touchpoints

Zuwendungsbescheid, Drittmittelanzeige, Kostenstelle, Personalstart, Beschaffung

Zentrale Informationen

Bescheid, Auflagen, Budget, Kostenstelle / PSP, Projektstart, Mittelabrufe

Prozessmetadaten

Annahmestatus, Bescheidprüfung, Auflagenstatus, Projektkonto-Status, Startfreigabe

Output

Operativ startfähiges Projekt

3.6 Collaboration Area 6: Projektbetrieb, Controlling & Änderungen

Zweck: Das Projekt bleibt fachlich, finanziell und formal steuerbar.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Finanzabteilung, Forschungsmanagement, Projektträger, HR, Beschaffung

Typische Touchpoints

Budgetüberwachung, Mittelabrufe, Änderungsanträge, Personaländerungen, Fristen

Zentrale Informationen

Ist-Buchungen, Planbudget, gebundene Mittel, Restmittel, Meilensteine, Risiken

Prozessmetadaten

Ampelstatus, Abweichungsstatus, Eskalation, Änderungsworkflow, Fristenstatus

Output

Laufend steuerbares Projekt

3.7 Collaboration Area 7: Verwendungsnachweis, Abschluss & Sichtbarkeit

Zweck: Das Projekt wird nachweisfähig abgeschlossen und sichtbar gemacht.

Element

Beschreibung

Beteiligte Rollen

Projektleitung, Finanzabteilung, Forschungsmanagement, Rektorat, Kommunikation

Typische Touchpoints

Sachbericht, zahlenmäßiger Nachweis, Abschlussprüfung, Ergebnisverwertung

Zentrale Informationen

Sachbericht, Buchungen, Belege, Ergebnisdaten, Publikationen, Transferdaten

Prozessmetadaten

Nachweisstatus, Dokumentenstatus, Prüffrist, Ergebnisstatus, Sichtbarkeitsstatus

Output

Abgeschlossenes, nachgewiesenes und verwertbares Projekt

4. Workflow-Baukasten: Routing statt Ablage

Der Prozess sollte nicht als ein großer, starrer Workflow modelliert werden. Besser ist ein Baukasten aus kleinen, kombinierbaren Workflow-Typen. So bleiben agile Anpassungen möglich, ohne jedes Mal die komplette Prozesslogik umzubauen.

Workflow-Baustein

Zweck

Typischer Trigger

Ergebnis

Informieren

Rolle bekommt relevante Info

Statuswechsel, neuer Antrag, neue Frist

Kenntnisnahme dokumentiert

Rückfrage / Klärung

Offener Punkt wird geklärt

Unvollständige Daten, unklare Kostenart

Antwort / Entscheidung liegt vor

Review

Fachliche Prüfung

Antrag, Kalkulation, Bescheid, Bericht

Review-Ergebnis mit Kommentar

Freigabe einfach

Eine Rolle entscheidet

Schwellenwert nicht kritisch

Freigabe / Ablehnung

Freigabe mehrstufig

Mehrere Rollen entscheiden nacheinander

Antrag, Bescheid, Vertrag, Änderung

Vollständige Genehmigungskette

Parallelabstimmung

Mehrere Rollen prüfen gleichzeitig

HR, FIN, Labor, FM müssen Input geben

Synchronisierter Prüfstand

Bedingte Freigabe

Routing abhängig von Wert / Risiko

Budgethöhe, Eigenanteil, Risikoklasse

Dynamische Entscheidungskette

Änderungsworkflow

Änderung wird kontrolliert umgesetzt

Budgetverschiebung, Laufzeitänderung

genehmigte Änderung mit Historie

Eskalation

Frist oder Risiko wird kritisch

Überfällige Aufgabe, Budgetabweichung

Eskalierter Vorgang mit Owner

Datenqualitätsprüfung

Daten werden validiert

Neue / geänderte Stammdaten

geprüft, zurückgewiesen oder ergänzt

Abschlussprüfung

Projekt wird formal geschlossen

Projektende / Nachweisfrist

Abschlussstatus und offene Punkte

4.1 Routing-Prinzipien

  • Informationen haben Owner: Jede offene Aktion gehört einer Rolle oder Person.

  • Status ist explizit: Kein „liegt irgendwo“, sondern klarer Status mit nächstem Schritt.

  • Fristen steuern Priorität: Fälligkeiten, Förderfristen und Nachweisfristen erzeugen Arbeitslisten.

  • Entscheidungen sind nachvollziehbar: Wer hat wann was entschieden und auf welcher Datenbasis?

  • Routing ist konfigurierbar: Schwellenwerte, Rollen, Gremien und Genehmigungsarten werden nicht hart verdrahtet.

  • Metadaten treiben den Prozess: Status, Risiko, Budgethöhe, Fördergeber, Kostenart und Phase bestimmen den nächsten Pfad.

5. Harmonisiertes Informations- und Datenkonzept

Die Harmonisierung sollte mit einem fachlichen Concept Model starten. Erst danach folgen Tabellen, Listen, JSON-Schemas oder Schnittstellen. Sonst entsteht schnell nur eine neue technische Ablage mit schöner Oberfläche.

5.1 Zentrale Fachkonzepte

Fachkonzept

Kurzbeschreibung

Typische Beziehungen

Forschungsprojekt

fachlicher Projektcontainer

hat Antrag, Förderung, Budget, Arbeitspakete, Qualitätsbewertungen

Opportunity / Projektidee

früher Projektkandidat

wird zu Projektskizze oder Antrag

Förderprogramm / Call

externer Förderrahmen

definiert Regeln, Fristen, Förderquoten, Nachweise

Antrag / Skizze

einzureichendes Projektdokument

gehört zu Projekt, Förderprogramm, Partnern, Budgetplan

Zuwendungsbescheid

Bewilligungsgrundlage

erzeugt Budget, Auflagen, Nachweispflichten

Projektpartner

externer oder interner Partner

übernimmt Rollen, Beiträge, Arbeitspakete

Arbeitspaket

fachliche Projektstruktur

hat Aufgaben, Ressourcen, Deliverables, Meilensteine

Ressource

Personal, Sachmittel, Gerät, Reise, Unterauftrag

wird geplant, gebucht, nachgewiesen

Budgetplan

Soll-Struktur der Finanzierung

enthält Budgetlinien nach Kostenart und Zeitraum

Finanzbewegung

Ist-Buchung, Mittelabruf, Bindung

wird Projekt, Kostenart, Zeitraum zugeordnet

Qualitätsmerkmal

definierte Bewertungsdimension

erzeugt Score, Ranking, Status, Nachweis

Entscheidung

fachliche oder formale Entscheidung

gehört zu Workflow, Rolle, Zeitpunkt, Ergebnis

Workflow-Aufgabe

routbare Aktion

hat Owner, Status, Frist, Eingangsdaten, Ergebnis

Dokument / Artefakt

Antrag, Bescheid, Bericht, Nachweis

trägt Version, Status, Bezug, Ablageort

Status-Event

dokumentierter Zustandswechsel

erzeugt Historie und Audit Trail

5.2 Stamm-, Bewegungs-, Plan- und Ist-Daten

Datenart

Beispiele

Zweck

Stammdaten

Projekt-ID, Projektleitung, Organisationseinheit, Fördergeber, Kostenstelle

stabile Identifikation und Zuordnung

Bewegungsdaten

Statuswechsel, Aufgaben, Kommentare, Freigaben, Buchungen

aktueller Prozess- und Projektzustand

Plandaten

Budget-Soll, Personenmonate, Meilensteine, Mittelabrufe, geplante Kosten

Steuerung, Forecast, Soll-Ist-Vergleich

Ist-Daten

Buchungen, Mittelabfluss, Personalkosten, Belege, gebundene Mittel

Nachweis und Controlling

Qualitätsdaten

Scores, Bewertungen, Kriterien, Gewichtungen, Evidenzen

Ranking, Priorisierung, Qualitätsmanagement

Metadaten

Owner, Quelle, Version, Status, Frist, Routingregel

Prozessführung, Datenqualität, Auditfähigkeit

6. Metadaten als Prozess-Treibstoff

Metadaten sind hier nicht nur technische Zusatzinformationen. Sie sind die Steuerungslogik des Prozesses. Besonders bei mehreren gleichzeitig wirkenden Stakeholdern muss klar sein, welche Information gerade wo steht, wer handeln muss und wodurch der nächste Schritt ausgelöst wird.

6.1 Metadaten-Kategorien

Kategorie

Beispiele

Nutzen

Identitätsmetadaten

Canonical ID, Projekt-ID, Quellsystem-ID, Version

eindeutige Zuordnung über Systeme hinweg

Ownership-Metadaten

fachlicher Owner, technischer Owner, Responsible Role, Delegate

klare Zuständigkeit

Prozessmetadaten

Phase, Status, Gate, aktuelle Aufgabe, nächster Schritt

aktive Prozessführung

Zeitmetadaten

Startdatum, Fälligkeitsdatum, Fristtyp, Eskalationsdatum

Fristensteuerung und Priorisierung

Entscheidungsmetadaten

Entscheidungstyp, Approver, Ergebnis, Kommentar, Entscheidungsdatum

Governance und Nachvollziehbarkeit

Qualitätsmetadaten

Kriterium, Score, Gewichtung, Evidenz, Bewertungsstand

Ranking und Qualitätssteuerung

Finanzmetadaten

Soll/Ist, Kostenart, Budgetlinie, Buchungsperiode, Mittelbindung

Plan-Ist-Sicht und Budgetsteuerung

Integrationsmetadaten

Quelle, Ladezeitpunkt, Mapping-Version, Sync-Status

Datenherkunft und Datenqualität

Compliance-Metadaten

Klassifizierung, Aufbewahrung, Prüfpfad, Datenschutzstatus

Audit, Datenschutz, Nachweisfähigkeit

Kollaborationsmetadaten

Kommentar, Erwähnung, Aufgabe, Benachrichtigung, Eskalation

Zusammenarbeit und Routing

6.2 Prozessführende Metadaten

Für die Prozesssteuerung sind besonders diese Felder relevant:

processMetadata: lifecyclePhase: "Antrag" processStatus: "in_finance_review" currentGate: "Kalkulationsprüfung" currentOwnerRole: "FIN" currentOwnerPerson: "fin-user-123" nextAction: "Kostenarten prüfen" dueDate: "2026-06-15" escalationDate: "2026-06-20" priority: "high" riskClass: "medium" routingTemplate: "parallel_review_fin_hr" decisionRequired: true decisionType: "financial_review"

6.3 Datenqualitäts-Metadaten

dataQuality: completenessStatus: "incomplete" missingFields: - "budgetPlan.personnelCosts" - "fundingCall.eligibilityRule" validationStatus: "failed" validationRuleSet: "thu-fis-v0.1" lastValidatedAt: "2026-05-12T10:30:00Z" validatedBy: "system"

6.4 Herkunfts- und Mapping-Metadaten

lineage: sourceSystem: "AccountingExport" sourceObjectType: "ExcelBookingRow" sourceObjectId: "booking-export-2026-05-row-128" importedAt: "2026-05-12T08:15:00Z" mappingVersion: "finance-mapping-v0.3" canonicalObject: "FinancialTransaction" syncStatus: "mapped"

7. Technisches Beschreibungskonzept: pragmatisch und modern

Die Beschreibung von Informationen und Metadaten sollte nicht mit zu viel Semantik überladen werden. Für den ersten Schritt reicht ein schlanker, kontrollierter Mix.

7.1 Empfehlung

Ebene

Format / Technik

Einsatz

Fachliches Concept Model

Markdown + YAML

verständliche Dokumentation der Konzepte, Beziehungen, Regeln

Validierbare Datenstrukturen

JSON Schema

Prüfung von API-Payloads, SharePoint-Exporten, Importdaten, Workflow-Objekten

Persistente Datenbasis

MS SQL / Azure SQL

harmonisierte Tabellen, Views, Reporting, Historisierung

Konfiguration

YAML

Workflow-Templates, Routingregeln, Schwellenwerte, Rollenmapping

Schnittstellen

JSON bevorzugt, XML bei Bedarf

moderne Integrationen; XML nur dort, wo Systeme oder Förderportale es verlangen

Semantische Schicht

RDFS / OWL light, optional

kontrolliertes Vokabular und Beziehungen, aber nur wenn fachlich wirklich nötig

7.2 Klare Empfehlung zu XML, JSON, YAML, RDF/OWL

JSON / JSON Schema sollte der Standard für strukturierte, validierbare Austauschobjekte werden. Das passt gut zu modernen Schnittstellen, Workflows, Power Platform, Azure Functions und API-orientierten Szenarien.

YAML eignet sich sehr gut für Konfiguration und fachnahe Dokumentation: Workflow-Templates, Routingregeln, Felddefinitionen, Mappingregeln, View-Definitionen. YAML ist gut lesbar und lässt sich trotzdem maschinell verarbeiten.

XML / XSD sollte nicht als primäres internes Modell verwendet werden, außer externe Systeme oder Förderprozesse verlangen XML. XML ist stabil und formal, aber für agile Modellierung und schnelle Anpassungen oft schwerfälliger.

RDFS / OWL sollte nur in einer leichten Variante eingesetzt werden. Sinnvoll ist eine kleine semantische Schicht für kontrollierte Begriffe, Beziehungen und Synonyme, zum Beispiel:

Projekt hat Antrag Antrag gehört zu Förderprogramm Förderprogramm definiert Nachweispflicht Budgetlinie gehört zu Kostenart Finanzbewegung referenziert Budgetlinie Workflow-Aufgabe wird durch Status-Event ausgelöst

Für den Start reicht also:

MVP: - Concept Catalog in Markdown/YAML - Canonical Data Model in SQL - JSON Schema für Datenobjekte und Workflow-Payloads - YAML für Routing- und Workflow-Konfiguration - RDFS/OWL optional als kleine semantische Erweiterung, nicht als Big-Bang-Ontologie

8. Zielarchitektur auf pragmatischem Niveau

Die Plattformlogik kann so geschnitten werden:

Schicht

Rolle im Zielbild

MS Teams

Arbeitsraum, Kommunikation, Benachrichtigung, kontextbezogene Kollaboration

SharePoint Online

strukturierte Listen, Dokumente, einfache Eingabemasken, Aufgaben, Versionen

Workflow-Schicht

Routing, Freigaben, Eskalationen, Erinnerungen, Statuswechsel

MS SQL / Azure SQL

harmonisierte Datenbasis, Historie, Views, Reporting, konsolidierte Projektlogik

Reporting / Dashboard

Projektstatus, Budgetstatus, Qualitätsranking, Fristen, Risiken, offene Aufgaben

Integrationsschicht

Übernahme aus Excel, Buchhaltung, proprietärer Projektdatenbank, HR / Beschaffung

Wichtig: SharePoint ersetzt nicht das Datenmodell. SharePoint ist die kollaborative Oberfläche. SQL / Azure SQL bildet die konsolidierte, auswertbare Datenbasis.

9. Erste harmonisierte Sichten

Für den ersten Schritt sind diese Sichten besonders relevant:

Sicht

Zweck

Kerninformationen

Projekt-Cockpit

Gesamtzustand je Projekt

Status, Owner, Phase, Budget, Qualität, Risiken, Fristen

Budget-Status

Finanzielle Steuerung

Soll, Ist, gebundene Mittel, Restmittel, Forecast, Kostenart

Ressourcen-Sicht

Personal und Sachmittel

Personenmonate, Stellen, Geräte, Reisen, Unteraufträge

Qualitätsranking

Vergleich und Priorisierung

Kriterien, Scores, Gewichtung, Evidenz, Ranking

Workflow-Queue

aktive Arbeit statt Ablage

offene Aufgaben, Owner, Fristen, Eskalationen

Entscheidungslog

Governance

Freigaben, Ablehnungen, Kommentare, Entscheidungsgrundlage

Datenqualitäts-Sicht

Datenpflege steuern

fehlende Felder, ungültige Werte, Sync-Probleme, Mappingfehler

Nachweis-Sicht

Abschluss und Compliance

Berichte, Belege, Nachweistermine, Prüfpunkte, Auflagen

10. PlantUML-Diagramme

10.1 Viewpoint Map

THU FIS - Viewpoint Map1 Zielbild / North Star2 Value Chain3 Stakeholder & Rollen4 Collaboration & Touchpoints5 Capabilities6 Workflow & Routing7 Information & Concepts8 Metadaten & Prozesssteuerung9 Datenquellen & Integration10 Application & Plattform11 Reporting & Entscheidungen12 Governance & MVP

10.2 Collaboration Context

THU FIS - Collaboration AreasProjektleitungForschungsmanagementFinanzabteilungHRBeschaffung / LaborRektorat / ProrektoratProjektpartnerMittelgeber / ProjektträgerCA1 Intake & OpportunityCA2 Förderfähigkeit & ProjektkonzeptCA3 Ressourcen-, Zeit- und KostenplanungCA4 Governance & EinreichungCA5 Bewilligung, Annahme & ProjektstartCA6 Betrieb, Controlling & ÄnderungenCA7 Nachweis, Abschluss & Sichtbarkeit

10.3 Routing-Workflow als Activity Diagram

THU FIS - Routing statt AblageProjektleitungProjektidee erfassenBasisdaten und erste Ressourcenidee ergänzenForschungsmanagementFörderfähigkeit prüfenProjektkonzept und Call-Matching bewertenförderfähig?janeinWorkflow / RoutingRouting-Metadaten setzenAufgaben an FIN, HR, Labor verteilenForschungsmanagementFeedback und Alternative dokumentierenFinanzabteilungKostenarten, Budget und Förderfähigkeit prüfenHR / Labor / BeschaffungRessourcenverfügbarkeit prüfenWorkflow / RoutingPrüfergebnisse synchronisierenKalkulations- und Antragsreife erreicht?janeinRektorat / ProrektoratFreigabe / Unterschrift entscheidenProjektleitung + FMKonzept oder Kalkulation nachschärfen"Routing-Metadaten setzen"freigegeben?janeinForschungsmanagementEinreichung unterstützenSQL / harmonisierte SichtStatus, Entscheidung und Datenversion speichernWorkflow / RoutingAblehnung / Nacharbeit routen

10.4 Fachliches Informationsmodell

THU FIS - Fachliches InformationsmodellResearchProjectprojectIdtitlelifecycleStatusstartDateendDateOpportunityopportunityIdideaSummaryintakeStatusFundingCallcallIdfunderdeadlinefundingRulesProposalproposalIdsubmissionStatusversionGrantAwardawardIdawardDateconditionsWorkPackageworkPackageIdnamemilestonePartnerpartnerIdrolecontributionResourcePlanresourcePlanIdpersonnelMonthsmaterialNeedsBudgetPlanbudgetPlanIdtotalBudgetplanVersionBudgetLinebudgetLineIdcostTypeplannedAmountFinancialTransactiontransactionIdamountbookingDateactualOrCommitmentQualityCriterioncriterionIdnameweightQualityAssessmentassessmentIdscoreevidenceWorkflowTasktaskIdownerRolestatusdueDateDecisiondecisionIddecisionTyperesultdecidedAt10..110..*1110..*10..110..*10..110..111..*10..*10..*1110..*0..*0..1

10.5 Prozessmetadaten und Datenherkunft

THU FIS - Metadatenmodell für ProzessführungInformationObjectobjectIdobjectTypebusinessKeyversionProcessMetadatalifecyclePhaseprocessStatuscurrentGatenextActionpriorityriskClassOwnershipMetadataownerRoleownerPersonaccountableUnitdelegateTimeMetadatacreatedAtdueDateescalationDatecompletedAtDecisionMetadatadecisionTypeapproverRoledecisionResultdecisionReasondecidedAtLineageMetadatasourceSystemsourceObjectIdimportedAtmappingVersionsyncStatusDataQualityMetadatacompletenessStatusvalidationStatusmissingFieldslastValidatedAtComplianceMetadataclassificationretentionRuleauditRequiredprivacyStatus11111110..*10..110..110..1

10.6 Application / Data Architecture

THU FIS - Pragmatic Application & Data ArchitectureProjektleitungFMFINHR / Labor / BeschaffungRektoratMS TeamsArbeitsraum & BenachrichtigungenSharePoint OnlineListen, Dokumente, AufgabenWorkflow-SchichtRouting, Freigaben, EskalationMS SQL / Azure SQLHarmonisierte DatenbasisReportingCockpit, Budget, Qualität, FristenExcel-QuellenProjektpflege & BuchhaltungProprietäre ProjektdatenbankBuchhaltung / Finanzsystemkontrollierter ImportMapping / SyncFinanz-Ist-DatenPflege- und Workflowdaten

11. MVP-Schnitt für die erste Umsetzungsstufe

Die erste Stufe sollte bewusst klein, aber wirksam geschnitten werden.

MVP-Ziel

MVP-Bausteine

Baustein

Inhalt

Concept Catalog

zentrale Fachbegriffe, Beziehungen, Verantwortlichkeiten

Projekt-Cockpit

einheitliche Sicht auf Projektstatus, Budget, Qualität, Fristen

Budget-Plan-Ist-Sicht

Soll-Budget, Ist-Buchungen, gebundene Mittel, Restmittel

Workflow-Queue

offene Aufgaben nach Rolle, Frist, Status, Priorität

Qualitätsmerkmale

5–10 Kriterien, Gewichtung, Score, Evidenz, Ranking

Datenimport

kontrollierte Übernahme aus Excel, Buchhaltung und Projektdatenbank

Metadatenmodell

Owner, Status, Quelle, Version, Frist, Entscheidung, Eskalation

Reporting Views

SQL-Views für Management, FM, FIN, Projektleitung

Definition of Done für das MVP

Ein Informationsobjekt gilt als MVP-tauglich, wenn diese Fragen beantwortet sind:

- Was ist das Objekt fachlich? - Wo entsteht es? - Wer pflegt es? - Wer nutzt es? - Welche Pflichtfelder gibt es? - Welche Metadaten steuern den Prozess? - Welche Statuswerte sind erlaubt? - Welche Entscheidungen hängen daran? - Welche Schnittstelle liefert oder empfängt es? - Welche Reporting-Sicht nutzt es?

12. Kernaussage für die Präsentation

12 Mai 2026